Abschlussprüfung
Die Abschlussprüfung, die vor der zuständigen Stelle abgelegt wird, stellt auf bundesweit vergleichbarem Niveau fest, ob der Prüfling die erforderlichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen praktischen und theoretischen Kenntnisse besitzt und mit dem wesentlichen Berufsschulstoff vertraut ist. Die Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden.

Abschlussprüfung, vorzeitige
Jeder Auszubildende kann vor Ablauf seiner Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn seine Leistungen dies rechtfertigen. Das bedeutet konkret, dass
  • die für die Abschlussprüfung relevanten Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb überdurchschnittlich, d.h. mindestens gut sein müssen und
  • die Ausbildungsinhalte auch tatsächlich bis zur Prüfung erworben werden können.
Sinn der vorzeitigen Zulassung ist es, einem Auszubildenden, der im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule ein gröÃ?eres Lerntempo entwickelt und aufgrund dieser besonderen Leistung das vorgesehene Ausbildungsziel früher erreicht hat, die Möglichkeit zu geben, die Ausbildung vorzeitig erfolgreich abzuschlieÃ?en. Vor einer Entscheidung der IHK über die vorzeitige Zulassung, müssen der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule gehört werden. Dabei sind folgende Kriterien zu beachten: Die schulischen Leistungen sind als überdurchschnittlich anzusehen, wenn bezogen auf die für die Prüfung wesentlichen Fächer im Durchschnitt mindestens die Gesamtnote "gut" (2,49) erreicht wird.

Bei der Beurteilung der betrieblichen Leistungen ist neben einem guten Leistungsstand auch zu berücksichtigen, dass die zum Erreichen des Ausbildungsziels noch ausstehenden Fertigkeiten und Kenntnisse in der bis zur Prüfung verbleibenden Zeit abschlieÃ?end vermittelt werden können.

Arbeitszeit
Jugendliche dürfen pro Tag nicht mehr als 8 Stunden und pro Woche nicht mehr als 40 Stunden arbeiten. Wird (etwa wegen eines "freien Freitagnachmittags") im Betrieb 8,5 Stunden täglich gearbeitet, so bleibt es bei 40 Stunden pro Woche. Soweit der Betrieb an Tarife gebunden ist, kann die Arbeitszeit auch kürzer sein.

Arzt-Untersuchung
Bevor die Ausbildung beginnt, muss sich der angehende Auszubildende â?? soweit er noch keine 18 Jahre alt ist â?? nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz von einem Arzt untersuchen lassen, um seine Tauglichkeit für den angestrebten Beruf feststellen zu lassen. Den Berechtigungsschein für diese Untersuchung stellt die Stadt- oder Gemeindeverwaltung aus.

Ausbilder/Ausbilderin
ist, wer im Betrieb für die Durchführung der Ausbildung verantwortlich ist. Das kann der Inhaber/die Inhaberin selbst oder eine beauftragte Person sein. Der/Die Ausbildender/Ausbildende stellt einen Auszubildenden zur Berufsausbildung ein und schlieÃ?t mit ihm einen Ausbildungsvertrag ab..

Ausbildungsberater- Berufsberater
Die beiden Begriffe sind leicht zu verwechseln. Die Berufsberater des Arbeitsamtes bzw. in den Berufsinformationszentren unterstützen Sie bei Ihrer Berufswahl. Dazu führen sie z.B. Eignungstests durch, informieren über das gesamte Berufsspektrum und vermitteln freie Ausbildungsplätze.

Die Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammern dagegen beraten Sie in allen praktischen Fragen der betrieblichen Ausbildung und Weiterbildung. Die Ausbildungsberater stellen sowohl die Eignung der Ausbildungsstätte als auch der Ausbilder fest. Sie beraten und unterstützen die Ausbildungsbetriebe und die Auszubildenden. Sie vermitteln und schlichten bei Problemen zwischen Betrieb und Azubi oder informieren darüber, wie es nach der Ausbildung mit Ihrer Karriere weitergeht. Sie unterstützen gleichermaÃ?en Betriebe und Auszubildende.

Ausbildungsberuf und Ausbildungsordnung
Grundlage einer geordneten und einheitlichen Berufsausbildung sind die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe. Einen Ã?berblick gibt es im Abschnitt Berufe und Betriebe - So finde ich sie. Die Ausbildungsordnung legt für jeden Ausbildungsberuf Dauer, Inhalt und Ziel der Ausbildung fest.

Ausbildungsdauer
Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei bzw. dreieinhalb Jahre. Wenn Sie ein Berufsgrundbildungsjahr oder eine Berufsfachschule mit Erfolg besucht haben, wird die Ausbildungsdauer verkürzt. Die Kammer kann die Ausbildungsdauer aber auch verkürzen, wenn zu erwarten ist, dass Sie Ihr Ausbildungsziel schneller erreichen. Dazu müssen Sie einen entsprechenden Antrag stellen. In Ausnahmefällen kann die Ausbildungszeit auch verlängert werden. Auch dazu müssen Sie einen entsprechenden Antrag bei der IHK stellen. Besprechen Sie die Möglichkeiten vorher mit Ihrem Ausbildungsbetrieb.

Ausbildungsnachweis
Der Auszubildende muss ein Berichtsheft ordnungsgemäÃ? führen und dem Ausbilder regelmäÃ?ig vorlegen. Soweit ein Heft verwendet wird, stellt dies der Ausbildungsbetrieb zur Verfügung. Der Ausbildungsnachweis ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Ausbildungsordnung
Für jeden Ausbildungsberuf existiert eine bundeseinheitliche Ausbildungsordnung, in der die Bezeichnung des Ausbildungsberufes (ggf. mit Fachrichtungen oder Schwerpunkten), die Ausbildungsdauer, das Berufsbild, der Ausbildungsrahmenplan und die Prüfungsanforderungen festgelegt sind.

Ausbildungsplan
Er enthält die sachliche und inhaltliche Gliederung sowie die zeitliche Abfolge der Berufsausbildung. Der Ausbildungsplan ist vom Betrieb für jedes Ausbildungsverhältnis zu erstellen und Bestandteil des Berufsausbildungsvertrages.Für die meisten Berufe verfügt die IHK über Muster.

Ausbildungsstätte
ist der Ort, an dem die Ausbildung tatsächlich durchgeführt wird. Nicht jeder Betrieb darf ausbilden. Genügende Ausstattung und qualifiziertes Ausbildungspersonal sind die Grundvoraussetzungen für jede Ausbildungsstätte, die im Vertrag genau bezeichnet wird. Die Ausbildungsbetriebe werden von der Industrie- und Handelskammer überwacht.

Ausbildungsvergütungen
Lehre lohnt - finanziell gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Berufen, Branchen und Regionen. Zwischen 200 Euro im ersten Jahr als Damenschneiderin bis zu 950 Euro als Gerüstbauer im dritten Ausbildungsjahr ist alles drin. Tipp: Die Ausbildungsvergütung allein sagt wenig über spätere Aufstiegs- und damit mittelfristige Einkommenschancen. Die meisten Auszubildenden zahlen keine Steuern, aber Beiträge für die Sozialversicherung (werden vom Arbeitgeber jeden Monat automatisch abgezogen). In vielen Betrieben gibt es zusätzlich ein Urlaubsgeld und/oder ein 13. Monatsgehalt.

Ausbildungsverordnungen
Ausbildungsverordnungen regeln für jeden Ausbildungsberuf die zu vermittelnden Kenntnisse und Fertigkeiten bis hin zur Abschlussprüfung.

Ausbildungsvertrag
Er begründet das Ausbildungsverhältnis zwischen dem Ausbildenden (Ausbildungsbetrieb) und dem Auszubildenden. Er muss schriftlich vor Beginn der Berufsausbildung niedergelegt werden und den Ausbildungsberuf, Beginn und Dauer der Berufsausbildung, eventuelle AusbildungsmaÃ?nahmen auÃ?erhalb der Ausbildungsstätte, die Dauer der regelmäÃ?igen täglichen Ausbildungszeit, die Probezeit, die Zahlung und die Höhe der Vergütung, die Dauer des Urlaubes, einen Hinweis auf für den Ausbildungsbetrieb geltende Tarif- oder Betriebsvereinbarungen und die Kündigungsvoraussetzungen enthalten. AuÃ?erdem gehört der betriebliche Ausbildungsplan dazu. Meist wird der Standardvordruck der IHK verwendet, die die Verträge auch überprüft. Jugendliche unter 18 Jahren brauchen die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters. Wenn Sie nach Abschluss Ihrer Ausbildung vom Betrieb "übernommen", d.h. weiterbeschäftigt werden, wird dafür ein neuer Vertrag geschlossen. Wer mehrere Ausbildungsverträge unterschreibt, verstöÃ?t gegen das Vertragsrecht und handelt sich damit eine Menge Schwierigkeiten ein. Unsolidarisch ist es auÃ?erdem, weil man freie Ausbildungsplätze blockiert, die andere Jugendliche nicht mehr nutzen können, da das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat. Also erst nachdenken, dann unterschreiben!

Ausbildungszeit
Die Dauer der regelmäÃ?igen täglichen Ausbildungszeit ist konkret im Berufsausbildungsvertrag anzugeben. Ein globaler Hinweis auf tarifvertragliche Regelungen reicht hierfür nicht aus. Die regelmäÃ?ige tägliche Ausbildungszeit beträgt meist zwischen 7,5 und 8 Stunden. Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz beträgt die höchstzulässige Arbeitszeit für Jugendliche acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich. Eine über die vereinbarte Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist besonders zu vergüten oder in Freizeit zu abzugleichen.

Zur StartseiteGestaltung & Umsetzung im Rahmen eines Auszubildenden-Projektes unter Leitung der Firma COM.POSiTUM GmbH

Eintritt frei
So 10.30 - 17.00 Uhr
Mo 8.00 - 16.00 Uhr